Rollgerüst kaufen: die 8-Punkte-Checkliste
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Rollgerüst kaufen: die 8-Punkte-Checkliste
Ein Rollgerüst ist eine Anschaffung für viele Jahre. Wer vor dem Kauf die richtigen Fragen klärt, findet das passende Gerüst für seinen Einsatz – und vermeidet Fehlkäufe, Nachrüstungen und Sicherheitsmängel. Diese acht Punkte haben sich in der Praxis bewährt. Gehen Sie sie der Reihe nach durch, dann steht Ihre Kaufentscheidung auf einem soliden Fundament.
Kurz vorab: Die Checkliste richtet sich an gewerbliche Anwender aus Handwerk, Industrie und Kommunen. Im Mittelpunkt stehen Einsatzzweck, die richtige Höhe, der passende Gerüsttyp und die Sicherheit nach aktueller Norm.
1. Welche Arbeiten werden überwiegend verrichtet?
Der Einsatzzweck bestimmt alles Weitere. Werden schwere Montage- oder Abbrucharbeiten ausgeführt, bei denen Material und Werkzeug auf der Plattform lagern? Dann kommt es auf Tragfähigkeit und Standfläche an. Für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sind die Anforderungen meist geringer. Überlegen Sie zuerst, was das Gerüst tatsächlich leisten muss.
2. Wie häufig wird das Gerüst eingesetzt?
Bei nur gelegentlichem Aufbau ist jedes solide Profi-Gerüst geeignet. Wird das Gerüst dagegen häufig auf- und umgebaut, lohnt der Blick auf die Details: selbsteinrastende Klauen und eine Schnellverstellung für den Höhenausgleich der Räder sparen bei jedem Auf-, Um- und Abbau Zeit – und damit über die Jahre bares Geld.
3. Wo wird das Gerüst überwiegend eingesetzt?
Der Einsatzort entscheidet über die passenden Räder. Hersteller setzen je nach Gerüsttyp unterschiedliche Rollen ein – mit Durchmessern von 125, 150 und 200 mm.
| Einsatz | Empfehlung |
|---|---|
| Innen | Kleinere Räder sind handlicher. Auf Qualität achten und das Gesamtgewicht des Gerüsts berücksichtigen – die Radwahl sollte sich an der Gesamtbelastung orientieren. |
| Außen | Räder mit mindestens 150 mm, besser 200 mm Durchmesser. Vorteilhaft ist, wenn sich Spindel und Rad voneinander trennen lassen. |
4. Welcher Gerüsttyp ist der richtige?
Layher bietet verschiedene Bauarten, die zu unterschiedlichen Anforderungen passen:
| Typ | Merkmal |
|---|---|
| Klappgerüst | Kompakt zusammenklappbar, sehr schnell aufgebaut: auseinanderziehen, Boden einlegen, fertig. Ideal für den schnellen Einsatz. |
| Standardgerüst | Das klassische Rollgerüst aus einzelnen Rahmenteilen, mit Horizontal- und Diagonalstreben aufgebaut. Der Aufstieg erfolgt über die senkrechten Rahmenteile. |
| Treppengerüst | Aufstieg über zusätzlich eingebaute Aufstiegsleitern beziehungsweise Treppen – besonders komfortabel und sicher. |
| Rollbock | Fertiggerüst mit besonders großer Arbeitsfläche, ideal für zügiges Bearbeiten großer Deckenflächen. |
5. Welche Gerüstmaße soll das Gerüst haben?
Plattformlänge und -breite richten sich nach dem Arbeitsraum. Übliche Längen liegen zwischen 1,80 m und 3,00 m. Bei der Breite gilt: Die schmale Ausführung mit 0,75 m Rahmenbreite passt durch normale Türen und eignet sich für beengte Innenräume. Die breite Ausführung mit 1,50 m bietet mehr Standfläche und Stabilität, besonders in größeren Höhen. Als Faustregel: je höher hinaus und je mehr Material auf der Plattform, desto eher die breite Variante.
6. Wie hoch soll die Standhöhe und Arbeitshöhe sein?
Bei einem Rollgerüst unterscheidet man drei Höhenangaben: Standhöhe, Arbeitshöhe und Gerüsthöhe. Die Differenz zwischen Standhöhe und Arbeitshöhe wird immer mit rund zwei Metern angegeben:
Arbeitshöhe = Standhöhe + ca. 2 m
Wer also in acht Metern Höhe arbeiten möchte, benötigt eine Standhöhe von rund sechs Metern. Rechnen Sie lieber etwas großzügiger, damit Sie sicher und bequem arbeiten können.
7. Welche Sicherung gegen Umkippen ist die richtige?
Je nach Höhe und Aufbau braucht ein Rollgerüst zusätzliche Standsicherheit. Dafür gibt es zwei Wege, die sich auch kombinieren lassen:
| Variante | Vorteil / Hinweis |
|---|---|
| Fahrbalken | Praktisch in Hallen und im Außenbereich: Zum Verschieben müssen nur die Bremsen gelöst werden. Nachteil: schwerer im Transport, und ein schmales Gerüst passt mit Fahrbalken oft nicht mehr durch Türen. |
| Gerüststützen | In eingeschränkt zugänglichen Bereichen zu empfehlen, da sie in Höhe und Breite flexibel anpassbar sind. Zum Verschieben müssen sie einzeln gelöst und neu justiert werden. |
Zusätzlich kann Ballast erforderlich sein. Jeder Hersteller hat für seine Gerüstsysteme eine Ballastierungstabelle; je nach Gerüsttyp und gewählter Sicherungsform sind zusätzliche Ballastgewichte nötig.
Neu in der EN 1004-1: Die aktuelle Norm stellt erhöhte Anforderungen an die Statik. Diese gelten auch für kleinere Gerüste unter zwei Meter Plattformhöhe, die dadurch schon früher mit Gerüststützen oder höherer Ballastierung ausgestattet werden müssen als bisher. Achten Sie beim Kauf also auch bei niedrigen Aufbauten auf die passende Kippsicherung.
8. Welche Vorschriften müssen Sie beachten?
Ein Rollgerüst muss der aktuellen Norm DIN EN 1004-1 entsprechen. Diese gilt inzwischen für alle Fahrgerüste ab null Meter Standhöhe – früher erst ab 2,5 Meter. Für die Plattformabstände legt die Norm klare Grenzen fest: Zwischen zwei Plattformen dürfen höchstens 2,25 Meter liegen, der Abstand vom Boden bis zur ersten Plattform darf maximal 3,40 Meter betragen (früher 4,60 Meter).
Bei Layher steht der Sicherheitsaufbau P2 für die Umsetzung dieser Norm. In der Praxis wird der Belag dabei im Zwei-Meter-Raster eingebaut – also bewusst unterhalb des zulässigen Maximums von 2,25 Meter. Dazu kommt der umlaufende Seitenschutz, der bereits beim Betreten der obersten Ebene vorhanden ist. Über der Arbeitsplattform muss zudem ein Seitenschutz von mindestens einem Meter Höhe angebracht sein. Für den sicheren Betrieb gehören außerdem dazu: Unterweisung der Mitarbeiter, schriftliche Beauftragung, ein Freigabe-Protokoll und die regelmäßige Prüfung des Gerüsts.
Beim Neukauf gilt: Achten Sie auf die P2-Ausführung. Sie erfüllt die aktuelle Norm ohne Nachrüstung. Ältere Gerüste ohne P2 dürfen weiterverwendet werden – es besteht keine generelle Nachrüstpflicht –, lassen sich bei vielen Serien aber mit einem Nachrüst-Set auf den neuen Stand bringen.
Bereit für die Auswahl? Im Sortiment von AGM MELCHER finden Sie Layher-Rollgerüste für jeden Einsatz – mit fachkundiger Beratung zur passenden Serie, Höhe und Breite.
Häufige Fragen zum Rollgerüst-Kauf
Welche Räder brauche ich für den Außeneinsatz?
Für den überwiegenden Einsatz im Außenbereich sind Räder mit mindestens 150 mm, besser 200 mm Durchmesser zu empfehlen. Vorteilhaft ist, wenn sich Spindel und Rad voneinander trennen lassen.
Wie berechne ich die benötigte Arbeitshöhe?
Die Arbeitshöhe entspricht der Standhöhe plus etwa zwei Metern. Für acht Meter Arbeitshöhe benötigen Sie also rund sechs Meter Standhöhe.
Schmal oder breit – welche Ausführung ist besser?
Die schmale Ausführung mit 0,75 m Rahmenbreite passt durch normale Türen und eignet sich für Innenräume. Die breite Ausführung mit 1,50 m bietet mehr Stabilität und Standfläche, vor allem in größeren Höhen.
Fahrbalken oder Gerüststützen – was ist besser gegen Umkippen?
Fahrbalken sind praktisch, wenn das Gerüst häufig verschoben wird, machen es aber breiter. Gerüststützen sind flexibel anpassbar und eignen sich für eingeschränkt zugängliche Bereiche, müssen zum Verschieben aber einzeln gelöst werden.
Muss ein neues Rollgerüst P2 erfüllen?
Für den Neukauf ist die P2-Ausführung die richtige Wahl, da sie die aktuelle DIN EN 1004-1 erfüllt. Ältere Gerüste dürfen weiterverwendet werden; für den neuen Normstand ist bei vielen Serien ein Nachrüst-Set erhältlich.
Wie groß darf der Plattformabstand sein?
Nach DIN EN 1004-1 darf der Abstand zwischen zwei Plattformen 2,25 Meter nicht überschreiten; bis zur ersten Plattform sind maximal 3,40 Meter zulässig. Layher baut den Belag in der Praxis im Zwei-Meter-Raster ein und bleibt damit unter dem zulässigen Maximum.
Welche Vorschriften gelten beim Betrieb?
Zum sicheren Betrieb gehören die Unterweisung der Mitarbeiter, eine schriftliche Beauftragung, ein Freigabe-Protokoll und die regelmäßige Prüfung des Gerüsts.